Lyrik & Prosa

Köln, Schaufenster auf der Luxemburger Straße, 2017

Köln, Schaufenster auf der Luxemburger Straße, 2017

Joachim Rönneper: ohne Titel (1977)

Joachim Rönneper: ohne Titel
Schreibmaschine, Nägel (1977)

Tausendundein Ort

Cover »Tausendundein Ort«

Christina Müller-Gutowski

Tausendundein Ort

Erzählungen

108 Seiten
Klappenbroschur
ISBN 978-3-932005-85-5
LP 13,80,— € (D) 14,20 € (A) 18,— CHF

Eine Hochhaussiedlung, eine Spielothek, ein Urlaubsidyll auf den Kanaren: In zwanzig Erzählungen entfaltet sich die Suche der Protago­nist*innen nach Lebens­entwürfen. Berührend, mehrdeutig, schräg. Mal als Flucht oder Transit, mal als bewusster Aufbruch: Eine verlassene Frau besteigt in Herzkirschen den schnee­bedeckten Baum vor ihrem Fenster. In Tausend­undein Ort verbringt ein krebs­kranker Mann seine Tage am Haupt­bahnhof seiner Heimat­stadt. Die betagte Frau aus Eine kurze Nacht­geschichte liegt auf dem Straßen­pflaster in Augenhöhe mit einem Löwenzahn. Sie alle, pendelnd zwischen Herkunft und Zukunft, sind unter­wegs zu ihrem Sehnsuchtsort. Christina Müller-Gutowski

Christina Müller-Gutowski

Christina Müller-Gutowski

Christina Müller-Gutowski

1953 in Bergkamen »an den Rand des Reviers« geboren. Studium der Erziehungs­wissen­schaften an der Uni­versi­tät Münster. Tätig­keit als Sozial­arbeiterin im Durch­gangs­wohnheim Unna-Massen. Seit 1979 in Düssel­dorf Arbeit als Diplom-Pädagogin in der Erziehungs­beratung und in eigener Praxis. Seit 2005 Ver­öffent­lichung von Gedichten und Kurz­prosa und zahl­reiche Lesungen im Rhein­land und Ruhr­gebiet. Mitglied im VS.

Anekdotentänze

Cover »Anekdotentänze«

Barbara Ming

Anekdotentänze

Erzählminiaturen

118 Seiten
Klappenbroschur
ISBN 978-3-932005-84-8
LP 13,80,— € (D) 14,20 € (A) 18,— CHF

Der Mensch tanzt mehr als er glaubt. Schon das tägliche Leben hat oft eine Bewegung von zwei Schritten nach vorn und einem Schritt wieder zurück. Das neue Jahrzehnt mit seinen ernsten globalen Problemen deutet leider sogar eine Bewegung von immer zwei Schritten nach hinten und nur einem Schritt nach vorn an. Dringend ist ein neues Denken angesagt. In jedem Fall aber geht es tänzerisch weiter, denn wie immer werden einige Wenige in zu großen Schuhen anderen Menschen auf der Nase herum­tanzen. Was wir erleben, erinnert stets an Grund­schritte der unter­schied­lichsten Tänze. Für langsame Walzer lässt unsere hektische Gesell­schaft kaum noch Raum und Zeit. Und so erfinden wir uns einfach neue Tänze, scheinbar neue Tänze. Denn bei genauer Analyse hat es sie doch immer gegeben, die Tänze ums goldene Kalb, die Tänze auf dem Vulkan oder die Traum­tänze romantischer Träumer … Darf ich bitten? Barbara Ming

Rotzeit

Cover »Verlängerte ROTzeit«

Barbara Ming

Verlängerte ROTzeit

112 Seiten
Klappenbroschur
ISBN 978-3-932005-67-1
LP 13,80 €

An einer Ampel mit Verlängerter ROTzeit bekam Barbara Ming die Idee zu ihrem neuen Buch: »Mich mit der erzwungenen Entschleunigung zu beschäftigen und zugleich mit all dem, wofür die Farbe Rot symbolhaft steht, ließ mir bald keine Ruhe mehr.« Lesen Sie einen Textauszug

heißen Sie Humboldt?

Cover »heißen Sie Humboldt?«

Barbara Ming

heißen Sie Humboldt?

Gedichte

104 Seiten
Broschur
ISBN 978-3-932005-55-8
LP 13,80 €

Barbara Ming hat sich in ihrem Poesie­gebäude traum­haft eingerichtet. In ihrem Haus wohnt die Liebe mit den Kindern Glück, Zweifel, Abschied.
Zeitgeister, von Satiren verfolgt, laufen gegen Wände und die Autorin bemalt während ihrer selbst­ironischen Wahrheits­suche ihr Zuhause mit unvergess­lichen Sprach­bildern. Margot Schroeder

Barbara Ming

Barbara Ming

Barbara Ming

  • 1946 geboren in Düsseldorf.
  • Zahlreiche Veröffentlichungen, Edition ERA, Anthologien, Literaturzeitschriften.
  • Zahlreiche Preise, darunter 2003 Ratinger Frauenkulturpreis für Literatur.
  • Barbara Ming ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) und Vorsitzende des Literaturkreises ERA e. V.

fallambula

Cover »fallambula«

Barbara Ming

fallambula

Erzählminiaturen

160 Seiten
Klappenbroschur, 13,5 × 17 cm
ISBN 978-3-932005-49-7
LP 16,— €

fallambula …

… klingt wie eine Zauber­formel, wie ein Sesam-öffne-Dich. Wer jemals in einem Kranken­haus­gang vor der Tür zu einer Not­fall­ambulanz gesessen hat, wer sich daran erinnert, wie das war, als man dort auf dem Stuhl hockte und auf das Öffnen einer Tür wartete – der spürt schon beim Titel dieses Buches, dass gleich etwas passieren wird. fallambula ist ein Sesam-öffne-Dich! Da erhebt sich zugleich die Frage, wer ist eigentlich krank? Und ist überhaupt jemand krank? Haben wir es in den 40 Erzähl­minia­turen nicht vielmehr mit sehr durchbluteten, sehr lebensintensiven Menschen zu tun, denen wir für eine Weile unsere Aufmerk-samkeit schenken? Mit kerngesunden geraden und schrägen Typen, die wir sogar gerne kennenlernen würden? Barbara Ming

Die geraden und die schrägen Typen der Patricia Willan

Bild: Patricia Willan Bild: Patricia Willan Bild: Patricia Willan

Patricia Willan

Patricia Willan

  • Geboren 1982 in Allenstein (Polen), aufgewachsen für vier Jahre in Kiew (damals Sowjetunion). Seit 1988 in Deutschland.
  • Abitur in Ratingen.
  • Von 2004 – 2008 Studium der Bildenden Kunst an der Kunst­akademie AKI Enschede. Abschluss: Bachelor of Fine Arts.
  • 2008 Siegerarbeit zur Aus­schreibung »Gestaltung der Bibliothek der Universität Twente« mit ihrem Zyklus »Köpfe«. Arbeiten: Lack auf Folie/Karton/Papier.
  • Sie lebt und arbeitet in Berlin

Alltäglichkeiten absurd

Künstlerinnen-Bücher von Barbara Ming und Roswitha Riebe-Beicht sind gute Bei­spiele für Seelen­verwandschaft. Beim Blättern der Bücher verwundert es fast, dass Gedichte und Zeichnungen unabhängig voneinander entstanden sind und lange bevor die beiden Künstlerinnen sich kennen­lernten. Was Barbara Ming sieht und be­ob­achtet, bringt sie gerne in neue Wort- und Satz­gefälle. Oft mit einem listigen Augen­zwinkern. Roswitha Riebe Beicht zeichnet und malt mit einem eben­solchen listigen Augen­zwinkern die Doppel­deutig­keiten des Alltags. Niemand könnte in der Atmosphäre von Barbara Mings absurden Begeben­heiten besser gedeihen als etwa ›Roswithas Mönch‹, ›Frau und Höllen­hund‹ oder ›Die Königin im Bade‹ oder ›Das bucklige Männlein‹. tollhaus­kirsch bietet Raum für einen Dialog zwischen derlei Gestalten und den mal augen­zwinkernden, mal sarkas­ti­schen Wort­geweben um Gemischte Gefühle, um Einen verhagelten Tag und Traum­tänze. Barbara Ming und Roswitha Riebe-Beicht sind Finderinnen, und zwar »wo sonst als im Alltag?«

tollhauskirsch

Cover »tollhauskirsch«

Barbara Ming

tollhauskirsch

Vorwort Nora Eugenie Gomringer
Radierungen Roswitha Riebe-Beicht

128 Seiten
Broschur, 16 × 22 cm
10 Abbildungen
ISBN 978-3-932005-41-1
LP 16,80 €

Das Schöne und Ungewohnte an Barbara Mings Gedichten ist die spottlose, direkte, sehr sprach­feine Ehrlichkeit, mit der sie ihre Themen behandelt. Nach »Kaffeesätze« ist »tollhauskirsch« der zweite Lyrikband von Barbara Ming, den Roswitha Riebe-Beicht mit Radierungen »schattiert« hat: zwei Frauen in künstlerischem Dialog, wobei eine allein bereits einen spannenden und bereichernden Monolog böte. Die graphi­schen Arbeiten unterstützen die Worte der Dichterin, kommentieren manchmal, zwinkern den Texten zu. Nora-Eugenie Gomringer

BernSteinBeißer

Cover »BernSteinBeißer«

Barbara Ming

BernSteinBeißer

Satiren und Erzählminiaturen

140 Seiten
Broschur
ISBN 978-3-932005-37-4
LP 16,— €

»Was sind ›Bern­stein­beißer‹? Fische sind es jeden­falls nicht. Wer jemals Spazier­gänger an Ost­see­stränden beobachtet hat, der weiß, was gemeint ist: Menschen, die sich bücken, etwas aufheben und darauf beißen. Bernstein oder nur Stein? Nachgiebig oder hart?«
Soweit Barbara Ming selbst zu ihrem Text, der dem Buch den Titel gab und den Themen­rahmen. Es versammelt Skurriles und Nach­denkliches – ihre Reflexe auf das, was sie im Alltag erlebt und beobachtet, nirgendwo sonst.

Barbara Ming

Barbara Ming

Barbara Ming

Roswitha Riebe-Beicht

Roswitha Riebe-Beicht

Roswitha Riebe-Beicht

  • 1950 geboren in Straubing.
  • Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste in München
  • 1. und 2. Staatsexamen.
  • 1998 und 2000 Gastkünstlerin an amerikanischen Universitäten.
  • 2001 Ratinger Frauenkulturpreis für bildende Kunst
  • Zahlreiche Ausstellungen
  • Sie lebt und arbeitet in Ratingen.

Eigentlich wollte ich arbeiten

Cover »Eigentlich wollte ich arbeiten«

Hartmut Krug

Eigentlich wollte ich arbeiten

Erzählungen

152 Seiten
Klappenbroschur
ISBN 978-3-932005-54-1
LP 17,— €

Eigentlich wollte ich arbeiten

Ich schreibe also bin ich

Schreiben? Ja! Aber warum? Und worüber? Wo nimmt einer all die Geschichten her, aus denen seine Lieder, Gedichte und Geschichten sind?

Er läuft mit offenen Augen, Ohren und offenem Herzen durch diese unsere Welt. Die emotionale Seite ist schwer zu erklären, weil wichtig. Das Entscheidende ist, dass die Dinge einen berühren, damitaus Gesehenem, Gehörtem oder Erlebtem Text wird.

Logisch. Wenn es aber angefangen hat, das Schreiben, ja, es fängt an, dann ist die Einheit von Inhalt und Form kein dröger Spruch der Deutschstunde, sondern Natur­gesetz. Wenn auch subjektiv. Für eine kleine, kecke Situation ist ein Sonett ausreichend, auch wenn hier schon Musik im Spiel ist. Bei einer Geschichte, die in eine Ballade passt, schwirrt meist eine Melodie nebenher, das werden Lieder und bei komplexen Ereignissen werden es eben kurze und kürzere Geschichten. Ein Roman? So etwas Gewaltiges ist mir noch nicht begegnet. Hartmut Krug

Hartmut Krug

Hartmut Krug

Hartmut Krug

  • Geboren 1961 in Thüringen
  • Schauspielstudium an der Hoch­schule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf« in Potsdam-Babels­berg
  • Erste Texte 1983
  • Debüt als Lieder­macher 1986
  • Wegen der behan­delten »DDR-Tabu­themen« Bespitzelung durch die Stasi
  • Auftritts­verbot für staat­liche Ein­richtungen der DDR 1988
  • Konzerte in Kirchen und kirch­lichen Ein­richtungen bis 1989
  • Engagements an Theatern in Deutschland und der Tsche­chischen Republik als Schau­spieler, Regisseur und Über­setzer
  • Neben der Theaterarbeit freier Autor und Liedermacher
  • Lebt heute in Dresden

Quantensprung

Cover »Quantensprung«

Alexandra Mignon

Quantensprung

49 Gedichte

118 Seiten
Klappenbroschur
Format 14 × 20 cm
ISBN 978-3-932005-82-4
LP 18,— € (D) 18,50 € (A) 19,80 CHF

Die Begegnung mit Menschen aus allen Konti­nenten, die kriti­sche Teil­nahme am ak­tuel­len Welt­geschehen und nicht zu­letzt die ge­lieb­ten Wan­de­rungen in den Schweizer Alpen in­spi­rieren sie zu den Ge­danken in ihren Gedichten.

Alexandra Mignon

Alexandra Mignon

Alexandra Mignon

Alexandra Mignon ist in Zürich geboren und in Basel auf­gewachsen. Heute lebt sie im Basel­biet und unter­richtet in der Erwachsenen­bildung Deutsch als Fremd­sprache.

Vergangene Sommer

Cover »Vergangene Sommer«

Eri Krippner

Vergangene Sommer

Prosa und Lyrik

Klappenbroschur
92 Seiten
ISBN 978-3-932005-61-9
LP 12,80 €

15 Ereignisse sind in diesem Buch dar­ge­stellt; manche werden dramatisch lebens­nah erzählt, in anderen ergänzt die Phan­tasie Reales mit Fiktion. So erlebt sich die Studen­tin Eva in Paris als Camille, die Wahr­neh­mungen des Erzählers der Echsen­frau sind virtuell, und die Rea­li­tät der Tage in Nizza vermischt sich mit einem Traum.

Vergangene Sommer – der Titel lässt Melan­cholie auf­kommen und Gedanken an Ver­gäng­lich­keit, an gelebtes Leben. Um so mehr ist man am Ende des Buches umfangen vom heiteren, ermuti­genden Grund­ton der Erzäh­lungen.

Adam hin – Eva her

Cover »Adam hin – Eva her«

Eri Krippner

Adam hin – Eva her

Prosa und Lyrik II

Klappenbroschur
92 Seiten
ISBN 978-3-932005-71-8
LP 12,80 €

»Wie schon in ihrem letzten Buch Ver­gangene Sommer entführt uns Eri Krippner auch ins Milieu der Künstler. Erneut tritt ›Asmus‹ auf: zuerst als Opfer einer Fan-Invasion in seinen ›Elfen­bein­turm‹, dann als eifer­süchtiger Gefährte, den ein Bein­bruch lahm­legt. Oder es werden die ab­grün­digen Er­fah­rungen eines Malers seziert, der eine Schaffens­krise mit Alko­hol be­kämpft. Immer wieder gelingt es Eri Krippner, Momente schein­barer Stagnation in dichte existen­tielle Stimmungs­bilder zu ver­wandeln. Durch die subtile Ver­schränkung von Außen­wahr­nehmung und Phan­tasie bekommen sie eine eigene Dynamik. Ihre große Stärke liegt in der Kom­bi­nation von sprach­licher Prä­zision und Un­auf­dring­lichkeit. Adam hin, Eva her ist ein Buch, das viele ver­un­sichernde Über­raschungen bereit­hält …« (Aus dem Vorwort von Christoph Vormweg)

Eri Krippner

Eri Krippner

Eri Krippner

vielseitig begabte Künst­lerin und inter­essierte Beob­ach­terin indi­vidu­eller gesell­schaft­licher Ereig­nisse, wurde in Nürn­berg geboren, stu­dierte dort Malerei/Grafik, bevor sie in Werbe­agen­turen in München und Ham­burg tätig war. Dazwischen lebte sie ein Jahr in Genf. Später war sie Kunst­päda­gogin am Mataré-Gymna­sium in Meer­busch.

Eri Krippner ent­wickelte für NAEF das Holz­spiel-Objekt Papillon und für die Stadt Meer­busch das ART-MEMO. Die Autorin ist ebenso eine enga­gierte Foto­grafin und Malerin. Düssel­dorf und Meer­busch, das Museum Zoons und das Hein­rich-Heine-Insti­tut besitzen Werke von Eri Krippner.

Japanische Kirsche im Mai

Rosarote Tücher liegen
unter Bäumen auf dem Kirchhof
hüllen Gräber ein und Steine
gleich verhängten Möbeln

Blütenschnee der Japankirsche
wie in alten Kaisergärten
heiter hier auf ernstem Friedhof
dämpft die Trauer und den Schritt.

(Aus: Eri Krippner, Vergangene Sommer)

Eselsohr & Silberlocke

Cover »Eselsohr & Silberlocke«

Eselsohr & Silberlocke

Herausgegeben und mit Zeichnungen von
Rose Packebusch
Nachwort von E. Günther Rehse

96 Seiten, Abbildungen
Klappenbroschur, 16 × 23 cm
Im Umschlag steckt ein Lesezeichen
ISBN 978-3-932005-32-5
Die Normalausgabe ist vergriffen. Die Sonderausgabe mit einem gezeichneten Lesezeichen kostet 29,80 €

Lesezeichen sind Lebenszeichen

Aus dem Inhalt: Rose Packebusch, Zehn Pfennig:
Wie die zwei Seiten einer Medaille halte ich mein erstes Lesezeichen, das ich vor 29 Jahren im Prenzlauer Berg für zehn Pfennig kaufte, in der Hand, einen weißen Papierstreifen, beidseitig bedruckt und schmucklos.

Die eine Seite:
Befiehl
dem Herrn
deine Wege
und hoffe
auf ihn;
er wird’s
wohl machen.

Psalm 37,5
Die Rückseite fordert auf:
Nicht müde
werden
sondern
dem Wunder
leise
wie einem
Vogel
die Hand
hinhalten

Das nächste Projekt

»Herzlich danke ich allen Beteiligten für einen Anfang, der hier mit offenem Ende von ihnen gemacht wurde.« Dieser Satz der Herausgeberin hieß für Arachne, an diesem Netz weiter zu knüpfen. Seit dem Erscheinen des Buches hat es wiederholt Aus­stel­lungen und Lesungen in Köln, im Ruhrgebiet und auf der Insel Hiddensee gegeben, bei denen Leser, Lesezeichen-Liebhaber und Sammler in Kontakt kamen. Inzwischen liegen wieder eine Reihe schöner Texte vor. Und vielleicht gibt es auch bald ein zweites Buch über Eselsohren und andere Lese-Zeichen …

Rose Packebusch

Rose Packebusch

Rose Packebusch

  • 1955 in Packebusch bei Salzwedel (Altmark) geboren.
  • Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Apothekerin arbeitet sie als Autorin und Künstlerin und hat seit 1994 kontinuierlich Ausstellungen und literarische Veranstaltungen.
  • Sie lebt in Köln.

»Ein letzter Schluck für die Kunst«

Cover »Kaffeesätze«

Kaffeesätze

Gedichte Barbara Ming
Zeichnungen Roswitha Riebe-Beicht

Die Normalausgabe ist vergriffen!
Sonderausgabe: signiert,
mit einer Zeichnung von
Roswitha Riebe-Beicht
ISBN 978-3-932005-33-3
Restexemplare
LP aufgehoben 240,00 €

… so konkret wie mehrdeutig ist Barbara Mings Widmung für die Kaffeebilder von Roswitha Riebe-Beicht. Reichlich Kaffee ist geflossen, vergossen und verlesen. Bilder sind entstanden aus Flecken und Sätze aus Worten. Was außerdem entstanden ist: ein Buch voller Spannung, eine Entdeckungsreise für die eigene Phantasie … Aber von Anfang an ist Kaffee in den hier gemeinten Bildern materiell enthalten; tatsächlich war der Auslöser für eine Reihe herrlich hintergründiger Zeichnungen ein letzter Kaffeeschluck, nicht getrunken in einer unergiebigen und langweiligen Ratssitzung. Roswitha Riebe-Beicht nahm ihren Kaffeebecher und goss den Rest daraus auf das vor ihr liegende Blatt Papier, schaute sich den Fleck an und zog mit ihrem Löffel aus der nassen Fläche heraus ein Bild.

KaffeeSätze-Zeichnung

Der Prototyp der Kaffeebilder,
entstanden in einer Ratssitzung

Und sofort bekam es einen Namen: »Brathähnchen«. Barbara Mings Widmung sagt zweierlei: Bilder sind entstanden aus Flecken und Sätze aus Worten. Mit letzteren meint sie ihre eigenen Gedichte, die sehr viel mit Roswitha Riebe-Beichts Bildern zu tun haben, jedoch völlig unabhängig von ihnen entstanden sind. Die Gedichte hier und die Bilder da sind so sehr »vom selben Brotteig«, dass es ein großes Vergnügen macht, jeweils Bilder und Gedichte miteinander in Beziehung zu bringen. Das Projekt KaffeeSätze ist ein glückliches Beispiel für die Parallelität von Denk- und Bildformen oder, wenn man so will, für kreative Seelenverwandschaft.

Autoren-Info

Roswitha Riebe-Beicht

Roswitha Riebe-Beicht

  • 1950 geboren in Straubing
  • Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste in München
  • 1. und 2. Staatsexamen
  • 1998 und 2000 Gastkünstlerin an amerikanischen Universitäten
  • 2001 Ratinger Frauenkulturpreis für Bildende Kunst
  • Zahlreiche Ausstellungen
  • Sie lebt und arbeitet in Ratingen.

Kaffeebilder

KaffeeSätze-Bild KaffeeSätze-Bild KaffeeSätze-Bild
KaffeeSätze-Bild KaffeeSätze-Bild KaffeeSätze-Bild

Kaffeebilder

KaffeeSätze-Bild »Die Königin im Bade«

Die Königin im Bad (2002)
29,5 × 21 cm, Kaffee, Bleistift auf Papier

Von der Notwendigkeit der Poesie

Einen wichtigen Impuls verdankt der Arachne Verlag dem niederländischen Kunsthistoriker und Dichter Wouter Kotte. Gestartet haben wir mit einer Reihe, in der sich seine Gedichtzyklen mit Bildern zeit­genös­sischer Künstler begegnen. Radierungen von Alfred Hrdlicka, die physische und psychische Extremzustände zeigen, geben den stark zwei­felnden Texten in »Die zweite Sintflut« Recht. Robert Hartmanns Holzschnitte kommen aus dem Dunklen, ebenso wie die schwere Gedankenlyrik in »Die blinde Sonnenuhr«. Die heiter gezeichneten Fabeln von Ulrike Zilly bilden den Kontrapunkt zu den fein ziselierten »Ziemlichen Gedichten«. Werner Räubers rote Herzen verleihen den Wortbildern der Liebe in »Blueberry hill« Nachdrücklichkeit. Kottes Vermächtnis an den Arachne Verlag ist die Über­zeugung von der Not­wendig­keit der Poesie. Nach den vier Bänden folgten die Künstlerinnenbücher »Kaffeesätze«, »tollhauskirsch«, »Bernsteinbeißer« im Verlagsprogramm.

Die blinde Sonnenuhr

Cover »Die blinde Sonnenuhr«

Wouter Kotte

Die blinde Sonnenuhr

Mit 6 Holzschnitten von Robert Hartmann

Broschur
ISBN 978-3-932005-05-3 (alt 3-932005-05-8)
LP 13,— €

Robert Hartmann: In Tenebris 1 (1998)

Robert Hartmann: In Tenebris 1
Holzschnitt (1998)

22 ziemliche Gedichte

Cover »22 ziemliche Gedichte«

Wouter Kotte

22 ziemliche Gedichte

Mit 8 Kaltnadelradierungen von Ulrike Zilly

Broschur
ISBN 978-3-932005-08-4 (alt 3-932005-08-2)
LP 12,— €

Ulrike Zilly: Begegnung (1998)

Ulrike Zilly: Begegnung (1998)
Kaltnadelradierung 11,8 × 12,9 cm

Wouter Kotte

Wouter Kotte

Wouter Kotte

  • 1933 Arnheim – 1998 Düsseldorf
  • Geschichts- und Kunstgeschichtsstudium.
  • Direktor des Museums für Gegenwartskunst in Utrecht

Mit seiner »Erziehungswerkstatt für zeitgenössische Kunst« erwarb er dem Museum internationale Anerkennung. Seine Publikationen behandeln schwerpunktmäßig die Parallelität von Denk- und Bildformen. Inspiriert von der modernen Kunst entstanden erste Lyrikbände in Arnheim. Nach der Pensionierung verlegte Kotte seinen Wohnsitz nach Düsseldorf, wo er sich, nun in deutscher Sprache, vollends der Poesie widmete.

Blueberry hill

Cover »Blueberry hill«

Wouter Kotte

Blueberry hill

Liebesgedichte

Mit Bildern von Werner Reuber

Broschur
ISBN 978-3-932005-16-9 (alt 3-932005-16-3)
LP 18,— €

Aquarell von Werner Reuber (1999)

Werner Reuber: Aquarell
aus dem Zyklus Herzen (1999)

Die zweite Sintflut

Cover »Die zweite Sintflut«

Wouter Kotte

Die zweite Sintflut

Mit 6 Bildern von Alfred Hrdlicka

Broschur
ISBN 978-3-932005-10-7 (alt 3-932005-10-4)
LP 17,— €

Alfred Hrdlicka: »Geißelung« (1996)

Alfred Hrdlicka: Geißelung (1996)
Radierung

Damit die Ewigkeit fünf Sekunden länger dauert

Der Gedichtband Blueberry hill des Lyrikers Wouter Kotte thematisiert aus nächster Nähe ein weites Feld: die Liebe. Seine Lyrik macht eifersüchtig ohne Mißgunst. Kotte komponiert die Texte nahezu ausnahmslos ohne Reim, vielfach in Form von drei Strophen mit einer jeweils unterschiedlichen Zeilenanzahl angelegt. Wo die Sprache aus lauter leiser Liebe zuweilen versagt, weil Empfindungen zuweilen Empfindungen ohne Worte bleiben, entwickelt und entwirft Kotte künstlerische Wortbilder, male­risch, metaphorisch, mitteilsam. Sie ermöglichen sinnlich wie wahrnehmungslustig den Einblick in eine menschliche Tiefe.

Bisweilen lese ich Kottes Gedichte wie ich Kunst­werke betrachte in einer Ausstellung oder einem Museumssaal. Bei manchen Bildern hält man inne, andere übergeht man achtlos ohne Anteilnahme – keine Idee zum Brückenschlag – wieder andere wirken urplötzlich wie sonderbare Spiegel eigener Befindlichkeit. So raube ich mir für die Wechselausstellung meiner Phantasie die wunderbar paradoxe Formulierung aus der Sammlung Blueberry hill: »Damit die Ewigkeit fünf Sekunden länger dauert.«

Joachim Rönneper